CDU Stadtverband Walldorf

Fußverkehrs-Check im Gemeinderat vorgestellt

„Den Fußverkehr immer mitdenken“

Artikel in der Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 13 Seite 5.

Walldorfer Rundschau Nr. 13 2022 - PDF Version | Screenshot: Dr. Clemens KrieselWalldorfer Rundschau Nr. 13 2022 - PDF Version | Screenshot: Dr. Clemens Kriesel

In der öffentlichen Sitzung wurde dem  Gemeinderat der Abschlussbericht des  Fußverkehrs-Checks 2021 in Walldorf  vorgestellt. Diese Aufgabe übernahm  Moritz Müller vom Fachbüro Planerso- cietät. Seit sieben Jahren ist der Fußver- kehrs-Check eine landesweit und jähr- lich durchgeführte Maßnahme in 10 bis  15 ausgewählten Kommunen. Ziel ist  es, den landesweiten Fußverkehrsanteil  von derzeit etwa 21 Prozent auf 30 Pro- zent zu steigern.  Das vom Land beauftragte Fachbüro  Planersocietät zeigt anhand des Fußver- kehrs-Checks Stärken und Schwächen  im Fußverkehr der jeweiligen Kommu- nen auf und legt Maßnahmenvorschlä- ge zur Ausgestaltung des Fußverkehrs  vor. In Walldorf hatte es im Rahmen des  Fußverkehrs-Checks im vergangenen  Jahr nach der Auftaktveranstaltung in  der Astoria-Halle am 22. September zwei  Vor-Ort-Begehungen im Oktober gege- ben. Ein Online-Workshop bildete am 1.  Dezember die Abschlussveranstaltung.  Moritz Müller führte beispielhafte Maß- nahmenvorschläge und Ideen zur Ver- besserung des Fußverkehrs in Walldorf  aus verschiedenen Bereichen auf, die auf- grund der Analyse aus den Veranstaltun- gen in Walldorf erarbeitet wurden.  So wird etwa exemplarisch der Wunsch  nach hindernisfreien Gehwegen in Wall- dorf geäußert. Wo Gehwege ganz feh- len, werden farbliche Markierungen als  kurzfristige Maßnahme vorgeschlagen.  Ein Vorschlag war auch, konsequent  bei Kreisverkehren Fußgängerüberwege  an den Ein- und Ausfahrten zu installie- ren.  Bei fehlenden Kontrasten im Straßen- raum, wird es für sehbehinderte Men- schen schwer, Hindernisse zu erkennen.   Daher lautete der Vorschlag Kontraste  herzustellen bzw. Leitsysteme zu instal- lieren. Bei der Aufenthaltsqualität in der  Hauptstraße sei die Flächenkonkurrenz  der einzelnen Verkehrsteilnehmer ein  wichtiger Punkt. Daher sei der Wunsch  aufgekommen, die Flächen in dem Be- reich stärker zuzuweisen und eventuell  Parkflächen stärker zu reduzieren und  umzuwidmen.  Dafür seien Verkehrsversuche ganz gut  geeignet, um zu schauen was funktionie- re, wie Moritz Müller ausführte. Mitge- ben wolle man, „den Fußverkehr immer  mitzudenken, gerade wenn neue Planun- gen durchgeführt werden“. Ein Runder  Tisch oder Arbeitskreis könnte dabei  verschiedene Interessenverbände zusam- menführen. Stellungnahmen Stadtrat Christian Winnes (CDU) fand es  wichtig, bei dem Thema viele mit ins Boot  zu nehmen. Als Stadt habe man einen  wichtigen Auftrag, die vielen Vorschläge  aufzugreifen und zum Beispiel für barri- erefreie Wege in Walldorf zu sorgen. Der  Bericht habe viele Anregungen gegeben.  Nun sei es wichtig, Schwerpunkte zu  setzen. Eine Verschönerung von Haupt- straße und Drehscheibe befürworte man  in der CDU. Man wolle die Hauptstraße  aber nicht zu einer reinen Fußgängerzo- ne machen. Für Stadtrat Manfred Zuber (SPD) soll  der Fußverkehrs-Check ein wichtiger  Impulsgeber sein. Das Thema Fußver- kehr sei eine Daueraufgabe für Stadt-  und Verkehrsplanung, aber auch der  Stadtgestaltung. Maßnahmen müssten  nun schnell durchgeführt werden. Eine  weitere Prüfung der Maßnahmen sei   aber erforderlich und man werde die Er- gebnisse abwarten. Stadtrat Maximilian Himberger (Bünd- nis 90/Die Grünen) ging auf die Vor- Ort-Begehungen ein, bei der bunte, ge- mischte Gruppen teilgenommen hätten.  Man wolle Walldorf so barrierefrei wie  möglich gestalten. Maximilian Himber- ger regte an, die Vor-Ort-Begehung auch  zukünftig abzuhalten und verschiedene  Routen dabei abzulaufen. Im Bereich der  Drehscheibe und der Hauptstraße wün- sche man sich weniger Auto-Verkehr.  Parkraum sei vor allem in Parkhäusern  gut untergebracht. Außerdem wolle man  mehr kurzfristige Umsetzung der Maß- nahmen erreichen. Dagmar Criegee (FDP) sagte, dass man  die Fußwege den Bedürfnissen anpassen  solle. Dazu schlug sie eine Mindestbreite  von 2,50 Metern vor. Sie schlug außer- dem Fitness-Bänke vor, die für Bewe- gung und zum Ausruhen gleichermaßen  dienen könnten. Es brauche außerdem  Möglichkeiten, Kontakt zur Stadt herzu- stellen, wenn Vorschläge aus der Bevöl- kerung zur Verbesserung der Fußverkeh- re eingebracht werden. Im Nachgang zur Vorstellung des Ab- schlussberichtes hat sich der Gemein- derat dafür ausgesprochen, den Fuß- verkehr bei Maßnahmen in öffentlichen  Verkehrsräumen im Stadtgebiet stärker  zu berücksichtigen. Der Fußverkehrs- Check 2021 soll somit den Einstieg in  eine verstärkte und systematischere  Fußverkehrsförderung in Walldorf dar- stellen. Auf der Internetseite der Stadt  Walldorf unter www.walldorf.de/nach- haltigkeit/mobilitaet/fussverkehr kann  der Abschlussbericht eingesehen werden.