CDU Stadtverband Walldorf

Aufwertung der Hauptstraße und Marktplatz

Stellungnahme der CDU Fraktion zum FDP-Antrag

Nach wie vor betrachten wir unseren Stadtkern, die Hauptstraße und auch den Marktplatz als Visitenkarte unserer Stadt. Investitionen in Gestaltungsmaßnahmen, bauliche Ertüchtigung oder die Förderung des Einzelhandels sind gut angelegtes Geld.

Der Brunnen auf der Hauptstraße im Sommer | Foto: Dr. Clemens KrieselDer Brunnen auf der Hauptstraße im Sommer | Foto: Dr. Clemens Kriesel

Um das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion zu diesem Beschlusspunkt zu begründen, sind einige Vorbemerkungen notwendig. Die Hauptstraße hatte viele Jahre eine Funktion - besser gesagt eine Tradition - als wichtigste Geschäfts- und als Hauptverkehrsstraße. Früher reihten sich zahlreiche inhabergeführte Fachgeschäfte aneinander und Walldorf war durchaus als Einkaufsstadt mindestens für den örtlichen Bedarf zu bezeichnen.
Allein Verkehrsströme für die Entwicklung des Handels verantwortlich zu machen, würde zu kurz greifen, jedoch sehen wir die komplette Mittelsperrung der Hauptstraße für den Durchgangsverkehr durchaus kritisch. Ebenso haben vergangene Umbaumaßnahmen wie die Umgestaltung der Hauptstraße und der Drehscheibe während der Baustellenzeit nachteilige Auswirkungen auf betroffene Geschäfte gehabt. Dar Wandel im Einkaufsverhalten und die Krisen von Corona bis Inflation haben ihr Übriges beigetragen, die Kundenfrequenz und mittelbar auch die Aufenthaltsqualität in der Hauptstraße zu mindern.

Mit Blick auf den Status Quo, die überdurchschnittliche Verkehrsbelastung in unserer Stadt und die heutigen Anforderungen an zeitgemäße Mobilität benennt der Antrag der FDP-Fraktion einige relevante Aspekte, die abgeleitet aus den kritischen Beratungen der Vergangenheit und Erkenntnissen aus der Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens sowie des Fußverkehrschecks, der konstruktiven Befassung bedürfen. Zu den einzelnen Prüfaufträgen nehmen wir gerne Stellung.

  1. Die Prüfung einer Einbahnstraße im vorderen Bereich der Hauptstraße unterstützen wir ausdrücklich. Wir identifizieren die Ecke Karlstraße als zu entschärfendes Nadelöhr.
  2. Anstatt den zur erhöhten Geschwindigkeit verleitenden glatten Fahrbahnbelag im Sinne einer Verkehrsberuhigung erneut auszutauschen, wäre im vorderen Bereich auch eine stationäre Geschwindigkeitsmessanalage denkbar, analog zur Schwetzinger Innenstadt.
  3. Verbreiteteren und vor allem besser einzeln gekennzeichneten Parplätzen stimmen wir zu.
  4. Was die Steigerung der Aufenthaltsqualität angeht, beziehen wir uns vor allem auf eine möglichst zu intensivierende Begrünung und die Aufwertung der Fläche vor der Sparkasse. Dies im Einvernehmen mit der hiesigen Eigentümergemeinschaft und unter besonderer Berücksichtigung des Spielplatzes.
  5. Die Verbindung zwischen Drehscheibe und Hauptstraße ist in der Tat zu optimieren. Dabei sehen wir die wünschenswerte Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches um die Drehscheibe ob des Verkehrsaufkommens und der Eigenschaft als Durchgangsstraße als unwahrscheinlich an, jedoch lohnt eine Prüfung unter sachkundiger Beratung, zumal hier neben der rechtlichen auch die verkehrstechnische Machbarkeit eine Rolle spielt. Vielleicht wäre auch eine Tempo-20-Zone vorstellbar, obwohl wir die Regelungen in Schwetzingen und Speyer durchaus als vorbildlich erachten.


Zusammenfassend unterstützen wir den Antrag der FDP-Fraktion unter der Maßgabe der Einrichtung eines Arbeitskreises, zumal wir den Antrag auch als Beitrag für eine möglichst zielorientierte Beratung in dieser Angelegenheit verstehen. Gleichsam möchten wir von massiven baulichen Eingriffen absehen, zumal dies erneut eine Belastung für die betroffenen Gewerbebetriebe wäre. Den grundsätzlichen Kritikern des motorisierten Verkehrs in den Stadtkernen entgegnen wir vorab, dass die überschaubare Größe unserer Stadt, ihre Bevölkerungsstruktur und die Versorgungsmöglichkeiten eine möglichst gute Erreichbarkeit des Stadtkerns für alle Verkehrsteilnehmer erfordern. Jetzt und auch in absehbarer Zukunft. Für konkrete Lösungsansätze erteilen wir die Prüfaufträge und sehen den weiteren Beratungen im Interesse eines lebendigeren und zukunftsgerichteten Stadtkerns gerne entgegen.



Der Prüfauftrag im Sinne einer Überweisung an einen zu bildenden Arbeitskreis wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und der Verwaltung gegen die mehrheitlichen Stimmen von SPD und Grünen und zwei Enthaltungen mit 10:9:2 beschlossen. In diesem Arbeitskreis sollen die Prüfaufträge in die Schnittmengenermittlung der verschiedenen Konzepte zur Stadtentwicklung einfließen.