Gewerbegebiet Süd: Unternehmens- und Eigentümerbefragung
Unser Industriegebiet, das Gewerbegebiet Süd ist in den 1960er-Jahren entstanden. Ursprünglich war es vor allem von Handwerksbetrieben und kleineren Handelsunternehmen geprägt, die dort sowohl ihren Firmensitz als auch ihren Wohnsitz angesiedelt haben.
Im Laufe der Jahrzehnte ist das Gebiet stetig gewachsen und dichter bebaut worden. Heute zeigt sich eine große Vielfalt an Unternehmen: kleine und große Betriebe, familiengeführte Unternehmen ebenso wie Konzerne. Es gibt produzierende Betriebe, Handelsunternehmen, Dienstleister, Firmen mit Lagerflächen sowie reine Bürobetriebe. Jedes Unternehmen verfolgt eigene Schwerpunkte, steht vor individuellen Herausforderungen und hat unterschiedliche Ziele und Perspektiven.
Darüber hinaus gibt es im Gebiet auch Wohnraum, vor allem für Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber. Ebenso leben dort Personen, die selbst oder deren Unternehmen nicht mehr aktiv sind.
Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass manche Betriebe Erweiterungsmöglichkeiten suchen, andere sich verkleinern möchten, Alternativen prüfen oder über einen Verkauf nachdenken. Wieder andere benötigen vor allem Planungssicherheit und eine klare Perspektive für die Zukunft.
Aus diesen Gründen halten wir eine Unternehmens- und Eigentümerbefragung für sinnvoll. Auf Basis der ausgewerteten Ergebnisse kann anschließend entschieden werden, ob ein Flächen- und Ansiedlungsentwicklungskonzept beauftragt werden soll. Dem vorgeschlagenen zweistufigen Vorgehen stimmen wir daher zu.
Entscheidend ist jedoch, dass alle Beteiligten mit ihren Anliegen ernsthaft eingebunden werden. Eine Befragung, die als nicht zielführend wahrgenommen wird, führt erfahrungsgemäß zu einer geringen Beteiligung und liefert keine belastbaren Ergebnisse.
Damit die zweite Stufe – das Flächen- und Ansiedlungsentwicklungskonzept – erreicht werden kann, muss die erste Stufe auf einem soliden Fundament stehen. Dieses Fundament besteht aus einer bedarfsgerechten, klar strukturierten Befragung sowie einer engen Begleitung durch die städtische Wirtschaftsförderung.
Um die Befragung in diese Richtung zu entwickeln, halten wir es für sinnvoll, einen einmaligen Arbeitskreis einzurichten, in den auch Mitglieder des Gewerbevereins eingebunden werden.
Für eine wirkungsvolle Begleitung ist es notwendig, dass die Wirtschaftsförderung hinter der Befragung steht und dies auch immer gleich ersichtlich ist. Dabei sollte sie jederzeit niedrigschwellig erreichbar sein und bei Bedarf auch den direkten Kontakt zu Unternehmen oder Grundstückseigentümern suchen – bis hin zu persönlichen Gesprächen vor Ort.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Zitat von Anton Bruckner aufgreifen:
„Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“ Ich bitte daher darum, dieses Fundament sorgfältig zu gestalten, damit unser Industriegebiet zukunftsfähig ausgerichtet werden kann und unser Wirtschaftsstandort langfristig gestärkt und gesichert wird.