Keine „sieben Siegel“ mehr am Buch der Wärmeplanung?
Unter dieser Überschrift erschien letzte Woche ein doch recht optimistischer Bericht über den Arbeitskreis Klimaschutz und die Wärmeplanungen der Stadt Walldorf in der Rundschau und auf www.walldorf.de (siehe Link) und kurz danach in der RNZ.
Nüchtern betrachtet, zeigt sich unterm Strich leider ein etwas anderes Bild.
Zu den Quellen: Hier ist richtig, dass von allen geprüften „erneuerbaren“ Quellen, wie zum Beispiel die Tiefen-Geothermie, der Anschluss an die Fernwärmenetze in Mannheim oder Heidelberg, nur noch die Erd- und Grundwasserwärme zur Verfügung stehen. Das vorgestellte Wärmenetz im Schulzentrum mit der Erweiterung in Richtung Tannen- und Fichtenweg ist durchaus sinnvoll und machbar. Im Süden von Walldorf erscheint der vorgestellte Bereich bei der Schillerschule mit dem neuen Pflegezentrum durchaus interessant. Allerdings fehlen dort bisher die Infrastruktur mit einer „Heizzentrale“ und Aussagen über das Netz mit den entsprechenden Erdarbeiten in der Innenstadt noch komplett. Da bleiben weitere Planungen und eine Aussage über die tatsächlichen Kosten abzuwarten.
Zu einem Teil der Wahrheit gehört allerdings auch, dass ein sehr großer Teil der Wohnstadt bei diesen Planungen ganz raus ist. Der Hinweis auf Wärmepumpen und städtische Förderprogramme ist zwar richtig, wird aber für viele zu einer finanziellen Herausforderung, berücksichtigt man die energetisch notwendigen Sanierungen an der Bausubstanz.
Noch überhaupt nicht untersucht wurde die Option, das bestehende Gasnetz zu nutzen, auszubauen und die Möglichkeiten, Gas durch klimaneutrale Alternativen zu substituieren oder zu ersetzen. Mit der vagen Aussage, es würde ab 2045 keine fossilen Energieträger mehr geben, möchten wir uns nicht zufriedengeben. Pikanterweise werden die Spitzenlastkessel im Schulzentrum und in der Waldschule mit Gas betrieben und ein Stromnetzbetrieb wird die nächsten 100 Jahre ohne eine Netz-Stabilisierung durch Gaskraftwerke oder andere fossile Brennstoffe auch nicht funktionieren.
Die CDU möchte, dass wir in Walldorf allen Bürgern weiterhin eine sichere gute Infrastruktur anbieten. Wir brauchen jetzt vernünftige Lösungen und nicht erst in 20 Jahren und fordern die Verwaltung auf, nicht nur auf ein Pferd zu setzen, sondern jetzt offen die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen.
Eine ausführlichen Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier .
Gerne nehmen wir Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem wichtigen Thema auf.
Dr. Gerhard Baldes, CDU-Fraktion