"Mehr Frauen in die Politik!"
Viele interessierte Zuhörer, davon ein Drittel Nichtmitglieder der CDU, lauschten den unterhaltsamen, informativen und auch spannenden Ausführungen ihrer Bürgermeisterin. Viele hatten auch drei Tage zuvor im SWR 3 - Fernsehen den einstündigen Beitrag in "Kaffee oder Tee" gesehen, als Christiane Staab landesweit über die Stadtgrenzen Walldorfs hinaus zum Thema "Frauen in der Politik" Stellung nahm. Gemeinsamer Eindruck aller Befragten zu diesem Fernsehauftritt: Begeisterung und ein wenig Stolz auf ihre Bürgermeisterin, die für alle in der Politik engagierten Frauen vom Fernsehen eingeladen worden war. Ihre Rede vor den Walldorferinnen und Walldorfern haben wir in Interviewform zusammengefasst.
Wie kamen Sie in die Politik?
Ich war in Karlsruhe als Mutter von damals zwei Kindern, unseren Söhnen Johannes und Lukas, in der Kindergartenelternvertretung ebenso engagiert, wie in der evangelischen Kirche und später in der schulischen Elternvertretung. Bei einem Vortrag meines Mannes Andreas über seine Arbeit als rechtspolitischer Referent in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde ich im Jahr 1998 von dem damaligen CDU Kreisvorsitzenden gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei der CDU in Karlsruhe für den Gemeinderat zu kandidieren. Ich war damals noch kein Mitglied der CDU gewesen. Politisch interessiert war ich schon als Schülerin. Deshalb habe ich auch "Ja" gesagt.
Wer hat Sie unterstützt?
Mein Mann, meine ganze Familie, die Frauen in der CDU und auch generell über die Parteigrenzen hinweg im Ehrenamt engagierte Frauen.
Brauchten Sie ein Netzwerk?
Das war schon hilfreich. Da bekam ich von Anfang an Unterstützung durch die Frauen Union. Wir Frauen, die wir uns für den Gemeinderat aufstellen lassen wollten, haben uns zusammengetan und einen ganz eigenen, selbstbewussten Wahlkampf von Frauen für Frauen gemacht. Natürlich wollten wir Stadträtinnen für alle Bürgerinnen und Bürger sein. Aber uns kam es auf den besonderen Blick der Frauen, geprägt durch ihren Beruf und ihr ehrenamtliches Engagement, als Mütter oder Studierende, auf die Dinge des Alltags, die Bildung ihrer Kinder, die Stadt und den Gemeinderat an. Da wollten wir uns ganz besonders in den Gemeinderat einbringen. Wir haben deshalb auch eigen Flyer entworfen und verteilt, ich war mit meinem Mann früh morgens auf allen Karlsruher Märkten, und wir haben gemeinsam um die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger geworben. Der Spruch meines Mannes, "Darf ich Ihnen meine Frau zur Wahl empfehlen", hat mich durch alle meine Wahlkämpfe begleitet.
Welche besonderen Fähigkeiten mussten Sie mitbringen?
Mir kam natürlich meine juristische Ausbildung zugute. Das war aber keine Voraussetzung. Der Gemeinderat ist nicht die Verwaltung. Die besonderen Fähigkeiten eines Verwaltungsmitarbeiters müssen also weder mitgebracht, noch erlernt werden. Die Arbeit im Gemeinderat verlangt zu allererst Begeisterung und Freude daran, die Geschicke der Stadt, des Gemeinwohls aller Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll mitgestalten zu wollen.
Warum haben Sie sich damals für die Arbeit im Gemeinderat der Stadt Karlsruhe für die CDU-Fraktion entschieden?
Bei der Arbeit im Gemeinderat ging es mir immer um die Sache. Reine Parteiarbeit, Ideologie oder Machtspiele waren und sind mir ein Greuel. In der CDU Fraktion wurde es , wenn auch manchmal mit zusammengebissenen Zähnen, toleriert, dass ich in der Sache auch mit den Grünen oder der SPD gestimmt habe. Das gab es so in den anderen Fraktionen nach meiner Erinnerung nicht. Dort wurde auf Fraktionsdisziplin wert gelegt. Ich habe aber immer auch auf die gute Zusammenarbeit mit Allen wert gelegt. Das war vielleicht auch er Grund dafür, dass ich weit über die Parteigrenzen hinweg bei den Kommunalwahlen durch das Panaschieren viele Stimmen aus anderen "Parteilagern" erhielt.
Die Fortsetzung des Berichtes über den Neujahrscafe der CDU Walldorf folgt in der nächsten Ausgabe der Walldorfer Rundschau. Die Beiträge können Sie auch nachlesen auf unserer Homepage unter "cdu-walldorf.de".