Die CDU-Walldorf gratuliert...
wir, die CDU Walldorf und die Fraktion, danken Dir für 30 Jahre Einsatz an der kommunalpolitischen „Front“. Zieht man die die ersten drei Jahre ab, warst Du die Hälfte Deines Lebens für die Stadt Walldorf ehrenamtlich tätig – das ist eine lange, lange Zeit, in der Du auf viel Zeit für die Familie und auf Freizeit verzichet hast und alle ehemaligen und aktiven Gemeinderäte wissen, was dies bedeutet. Wir alle wissen, dass die Arbeit im Gemeinderat nicht immer leicht ist – viele Beschlüsse werden mühsam erstritten und viele Entscheidungen sind nicht einfach, da wir oft in die Lebensumstände der Bevölkerung oder von Einzelpersonen und Gruppen eingreifen müssen und wir auch immer Enttäuschungen auf der einen oder anderen Seite zu verantworten haben. Du hast Dich immer diesen Entscheidungen gestellt und versucht auf nachvollziehbaren Grundlagen diese Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen, wie es so schön heißt, zu treffen. Damit machen wir uns nicht immer nur „Freunde“!
Doch blicken wir zurück auf das Jahr 1975, das Jahr, in dem Du zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurdest. Damals mit 23 Jahren warst Du der Jüngste in der CDU-Fraktion. Mit Dir waren Karl Förster, Manfred Helm, Paul Bender, Kurt Steinmann, Werner Abel, Rudi Bucher, Walter Scherer und Wolfgang Wölz für die CDU im Gremium – gestandene Männer, die auch heute noch großes Ansehen in der Bevölke-rung genießen und die teilweise ebenfalls lange Jahre dem Gemeinderat angehört haben.
Es gab noch Originale im Gemeinderat – Hornige Reiwer, Schleiche Howel, Bittschön (Drogist Kempf), den Schornsteinfeger Köhler, Freye Hans & Vorfelders Heiner.
Dr. Jürgen Criegee war damals nach Wilhelm Willinger gerade ein Jahr im Amt und es begann eine Zeit des Umbruchs und Aufschwungs, sowohl in Walldorf, aber auch in der ganzen Welt.
1975: Der Vietnam-Krieg war zu Ende, in Spanien wurde die Monarchie nach Francos Tod wieder eingeführt, der Europäische Rat tritt erstmals zusammen, der BUND wird gegründet, die Gründung der KSZE nach der Schlussakte in Helsinki, das Washingto-ner Artenschutzabkommen tritt in Kraft, Bill Gates und Paul Allen gründen Microsoft, SAP ist noch in Weinheim und hat ca. 25 Mitarbeiter, zieht aber 1977 nach Walldorf in Ihr erstes Gebäude in der Max-Planck-Straße – dies nur einige wenige Splitter aus der Vielzahl der Ereignisse im Jahr 1975.
Zum Verstehen einer Zeit und des Zeitgeistes gehört für mich auch immer die Musik dazu – Pink Floyd veröffentlichen „Wish You where here“, Queen „Bohemian Rhapsodie“ - ABBA schreibt SOS, Udo Jürgens „Griechischer Wein“ und Mike Krüger sang „Mein Gott Walter“. Im Kino lief der erste „Weiße Hai“ von Steven Spielberg und „Einer flog übers Kuckucksnest“ von Milos Formann. Eine spannende Zeit, geprägt von großer Freiheit.
In Walldorf ging die Saat auf, die BGM Willinger und Stadtbaumeister Willi Schneider mit der Erschließung des Industriegebietes gelegt hatten. Viele Handwerksbetriebe verlagerten Ihren Sitz in den Süden von Walldorf, viele neue Unternehmen wurden gegründet, die HDM stieg zum weltweit führendem Druckmaschinenhersteller auf und, wie bereits erwähnt, bezog die SAP 1977 Ihr erstes Gebäude in Walldorf. Dies bedeutete für Viele sichere Arbeitsplätze und begründete einen wirtschaftlichen Aufschwung und
Wohlstand, wie er landes- und bundesweit einmal ist.
Damals wurden vom Gemeinderat und der Verwaltungsspitze die Grundlagen gelegt und die Weichen gestellt, neue Baugebiete wurden erschlossen, die Westumgehung verlagerte den zunehmenden Verkehr aus dem Stadtzentrum, Walldorf bekam ein Gymnasium und eine Realschule, der kommunale Kindergarten wurde gebaut, das Schwimmbad wurde modernisiert und das Waldstadion gebaut. Alles nachhaltige Projekte, die heute nicht mehr wegzudenken sind.
Dies alles in der ersten Periode „Werner Sauer“, die 1994 endete. Nach seiner Verset-zung nach Dielheim im Jahr 1990 und mit den Verpflichtungen als Schulleiter war eine Doppelbelastung entstanden, die nicht mehr tragbar war. Ganz war Werner aber nie weg – als Walldorfer und Sohn eines Rathäuslers war das ja auch schlicht unmöglich!
So war es für Werner eine Selbstverständlichkeit, nachdem er als Rektor und Nachfol-ger von Manfred Helm, an die Schiller-Schule versetzt worden war, auch wieder für den Gemeinderat zu kandidieren. Es war auch keine Überraschung, dass er 2004 mit einem glänzendem Ergebnis wieder gewählt wurde. Für mich persönlich war dies auch ein Segen. Werner hat nicht nur Manfred Helm in der Schillerschule beerbt, er war auch bereit, den Fraktionsvorsitz zu übernehmen – dafür möchte ich Dir auch heute in der Öffentlichkeit „danke“ sagen. Gerade letzte Woche hat Werner nochmals gesagt, dass er in den ersten beiden Jahren schon geschwommen ist – er war ja immerhin 10 Jahre weg und da fehlen schon einige Informationen. Aber gemeinsam mit der Fraktion hat er diese Phase gemeistert und vermutlich hat dies kaum einer wirklich gemerkt.
Lieber Werner, wir haben jetzt schon wieder 11 Jahre gemeinsam auf dem „Buckel“, gemeinsame erfolgreiche Jahre im Gemeinderat. Vieles wurde in dieser Zeit wieder bewegt – beispielhaft sei der Bau der Astoria-Halle, der Bau des neuen Hallenbades, der Bau des Ärztezentrums an der Drehscheibe genannt und für Dich natürlich besonders der Bau der „Neuen sozialen Mitte“ mit dem An- und Ausbau der Schillerschule zur Ganztagesschule, den Du mit großer Leidenschaft vorangetrieben hast. Auch Dein Engagement für die Stadtwerke Walldorf und im Astorstiftungsrat möchte ich ausdrücklich erwähnen, erkennt man doch daran die zentrale Stellung, die Du in Walldorf und für Walldorf ausfüllst.
Ein Highlight der letzten Jahre für Dich und für uns war sicherlich auch, dass wir mit Christiane Staab den „Nerv“ der Bevölkerung getroffen haben und dass sie zur Bürger-meisterin gewählt wurde. Eine, wie wir finden, „gute Wahl“!
Du hast die heutige Ehrung wirklich verdient und wir freuen uns mit Dir und wünschen Dir noch viele erfolgreiche und vor allem gesunde Jahre im Gemeinderat, aber vor allem natürlich im Kreis Deiner stetig wachsenden Familie.
Unsere Anerkennung gilt auch unserem Kollegen Hans Wölz, der heute für 20 Jahre geehrt wird. Auch wenn er uns manchmal nervt, es nicht immer leicht mit ihm ist und er oft gegensätzliche Positionen vertritt, ist auch er ein wichtiges, „gewichtiges“ Mitglied unseres Gemeinderates. Die Demokratie lebt ja genau von diesen Gegensätzen und vom Ringen in der Sache und Du bist ein beharrlicher Streiter. Dafür möchten wir Dir unseren Respekt zollen und gratulieren Dir ganz herzlich zu Deiner heutigen Ehrung.
Ich möchte nun schließen und das sagen, was bei einem solchen Anlass angemessen ist „Lieber Werner - Danke für Alles!“