CDU Stadtverband Walldorf

„Sie leben in einer sicheren Region –

dieser Wert Sicherheit hat aber seinen Preis“

In der dritten Veranstaltung der „Walldorfer Gespräche“ standen die aktuelle Kriminalitätsstatistik und das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung unter dem Thema „Sicher leben im Rhein-Neckar-Kreis?!“ auf der Agenda des CDU Stadtverbandes. Im Sickinger Hof trafen sich Walldorfer Bürgerinnen und Bürger, um vom Leitenden Kriminaldirektor Gerhard Regele, Leiter des Führungs- und Einsatzstabes im Polizeipräsidium Mannheim, der hier als Landesvorsitzender des CDU Arbeitskreises Polizei in Baden-Württemberg vortrug, aus erster Hand aktuellste Informationen und eine profunde Einschätzung der Sicherheitslage zu erhalten.

„Die Bekämpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität, steigenden Einbruchszahlen und Internetkriminalität stellt die Polizei vor immer neue Herausforderungen. Um ihren Aufgaben dauerhaft gerecht zu werden, fordert die Polizei zu Recht mehr Personal“, so die Bewertung des CDU Vorsitzenden Michale Reuter bei der Vorstellung von Thema und Referenten.

In seinem 40 minütigen, jederzeit spannenden Vortrag griff Gerhard Regele den Grün-Schwarzen Koalitionsvertrag auf und begrüßte, dass 1500 neue Polizeistellen geschaffen würden, die wegen der langen Ausbildungszeiten aber leider nicht bereits morgen zur Verfügung stünden. In seiner Darstellung der aktuellen Kriminalitätsstatistik betonte er, dass Baden-Württemberg die zweitgeringste Kriminalitätsbelastung in Deutschland habe, Deutschland sehr gut im Verhältnis zu den Nachbarstaaten dastehe und der Rhein-Neckar-Kreis geringere Zahlen aufweise, als der Rest Baden-Württembergs. Auch sei die allgemeine Kriminalität in absoluten Zahlen rückläufig. Die Wahrnehmung des Einzelnen sei aufgrund der Berichterstattung in den Medien jedoch deutlich anders. Tatsächlich gebe es deutliche Unterschiede bei Eigentumsdelikten, wie Einbrüchen. Hier sei die Chance, Opfer zu werden, deutlich höher als bei anderen Delikten. In diesem speziellen Bereich sei deshalb die Arbeit von Polizei, Bürger und Justiz besonders gefordert. Benötigt werde eine gut ausgebildete, gut ausgerüstete und zentral arbeitende und damit personalintensive Polizei, die Ermittlungsansätze qualitativ hochwertig und Tatort übergreifend bearbeite. Es müsse der rechtliche Rahmen z.B. für Vorratsdatenspeicherung und Telefonüberwachungen, die für Täterprofile wichtig sei, geschaffen werden. Auch habe er die Sorge, dass Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst an Respekt für ihre Arbeit verlören und die Bereitschaft wachse, diese Rettungskräfte mit Gewalttaten zu überziehen. Dazu trage auch die Rechtsprechung mit teilweise unverständlichen Urteilen bei. Mit den Body-Cameras könne die Polizei diese Gewalttaten nunmehr besser dokumentieren und die Gewalttäter erfolgreicher verfolgen. Die Erfahrungen in Großbritannien oder Hessen seien durchweg positiv. Zu den Mitteln der erfolgreichen Abwehr von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gehöre auch der Einsatz von Videogeräten wie an der Walldorfer Drehscheibe, die zu bestimmten Nachtstunden eingeschaltet würden. Deshalb sei es auch wichtig, die Bürger in solche Diskussionen zu Maßnahmen, die ihre Sicherheit verbesserten, unaufgeregt einzubeziehen. Die ständige Angstmacherei vor einem Überwachungsstaat helfe den Menschen nicht. Die Bürger seien aufgefordert, mit verbessertem Einbruchschutz von Fenstern und Türen ihren eigenen Beitrag zu leisten. Wichtig sei es auch, nicht wegzuschauen und Erkenntnisse der Polizei mitzuteilen. Die Bürgerinnen und Bürger Walldorfs lebten in einer sicheren Stadt, jedoch habe dieser Wert Sicherheit seinen Preis.

An den bereits von Wortmeldungen und Zwischenantworten angeregten Vortrag schloss sich eine packende Diskussion an, in der Herr Gerhard Regele alle Fragen umfassend und mit beeindruckender Kompetenz beantwortete. Der Vorsitzende Michael Reuter dankte mit einem Weingeschenk Herrn Regele für seinen „Einsatz in Walldorf“ und kündigte das vierte „Walldorfer Gespräch“ für den Herbst an.