Stellungnahme der CDU Gemeinderatsfraktion:
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, werte Kolleginnen und Kollegen,
nach dem ausgesprochen guten Geschäftsjahr 2015 fällt es uns nicht leicht zum Geschäftsjahr 2016 Stellung zu nehmen. Immerhin konstatieren wir für die Stadtwerke Walldorf einen auch im langfristigen Vergleich erheblichen Verlust von gut 2,5 Mio €.
Abermals müssen wir diesen Fehlbetrag jedoch im Zusammenhang mit Sondereffekten einordnen. Bereinigt um das Ergebnis des Bäderbetriebes erwirtschaftet die Versorgungssparte einen Gewinn von gut 800T €; und das in einem schwierigen und stark umkämpften Marktumfeld. Gerade auch die Aufsichtsräte unter uns wissen, wie hart der Wettbewerb in diesem Bereich ist und wie gut sich unsere Stadtwerke dennoch bewähren bzw. positionieren.
Die Vorlage beschreibt genau wie sehr sich beispielsweise die technisch bedingte Hallenbadschließung und die bewusste Preiskonstanz bei den Strom-Tarifkunden auf das Ergebnis auswirken.
Um die Entwicklung der Stadtwerke sollte es uns indes nicht bange sein. Ein leicht steigender Stromabsatz in fremde Netze, steigende Erlösobergrenzen bei Stromnetznutzungsentgelten, unser nach wie vor hoher Marktanteil wie auch unsere aussichtsreichen Beteiligungen an der DHV-E-Net sowie unser vielfältig aufgestellter Dienstleistungsbereich bis hin zum Glasfasergeschäft helfen jetzt oder perspektivisch nicht nur bei der Ergebnisverbesserung sondern auch bei der positiven Außendarstellung unserer Stadtwerke.
Geschäftsführung und Aufsichtsrat sind bestrebt, die Stadtwerke fortlaufend zukunftsfähig zu machen. Was das leistungsfähige Mitarbeiterteam erwirtschaftet, ist somit nicht nur Mittel zum Zweck der Defizitabdeckung des Aqua, sondern vielmehr Grundlage der Profilierung als modernes Serviceunternehmen.
Wir führen Strategiediskussionen und begleiten so auch die konstruktiv-kreativen Geschäftsideen unserer Stadtwerke.
Gerade weil sich die gesamte Energiebranche und mit ihr auch die Stadtwerke im Umbruch befinden, müssen wir Altbewährtes mehr denn je infrage stellen bzw. kritisch bewerten.
Ebenso sollten wir verstärkt die Finanzierungs- und Kapitalstruktur und somit auch die Verschuldung des Unternehmens sowie die mittel- und langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Aqua im Auge behalten. In strategischen Diskussionen sollten diese Themen auch in bewährter Zusammenarbeit mit der Kämmerei der Stadt Walldorf oben auf der Agenda stehen. Idealerweise bevor Handlungsbedarf entsteht.
Die Stadt Walldorf gewährleistet durch den aus dem Bäderbetrieb nötig werdenden Verlustausgleich Handlungsfähigkeit und Bewegungsfreiheit für die Verantwortlichen in den Stadtwerken. Wir trauen Ihnen zu, Wirtschaftlichkeit und Daseinsvorsorge für die Walldorfer Bevölkerung auch in Zukunft zu verbinden. Das dies nicht einfach ist, beweist die Tätigkeit als Aufsichtsrat dort. Vitale Unternehmensinteressen können oft nur in der Gesamtbetrachtung dem Gemeinwohl dienen. Bei allen Einzelmaßnahmen, ob bei Personal- oder Preispolitik müssen wir den Unternehmensinteressen Vorrang einräumen. Das gilt auch und gerade in Geschäftsjahren, in denen deutliche Defizite, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens in den Hintergrund zu verdrängen drohen.
Die CDU-Fraktion stimmt dem Beschlussvorschlag für die Stadtwerke Walldorf GmbH &Co. KG und die Stadtwerke Verwaltungs- GmbH in allen Punkten zu.
Vielen Dank.
Mathias Pütz