Bücherverbrennung vor 85 Jahren als Anlass zur Mahnung: Die CDU Walldorf hat auf ihrer letzten Mitgliederversammlung auch über die Bedeutung des „Sich-Erinnerns an den Terror im Dritten Reich“ für unserer aller Zukunft in Freiheit und Frieden diskutiert. Dabei wurde auf Antrag ihres Vorstandsmitglieds Andreas Staab der Beschluss gefasst, die Stadt Walldorf möge prüfen, ob und mit welchen Maßnahmen Schulen in Walldorf in diesem Bildungsauftrag unterstützt werden können. In Betracht käme beispielsweise - durch die Stadt Walldorf organisiert - für eine bestimmte Klassenstufe im Walldorfer Kino, ähnlich wie bei der Jungwählerveranstaltung, einen Film zu schauen und dann mit Vertretern der Parteien darüber zu diskutieren. Als Beispiel für ein aktuelles Thema wurde der Film „Erich Kästner und der kleine Dienstag“ zum Themenkomplex Bücherverbrennung, Meinungsfreiheit und Zivilcourage im Terror genannt.
Michael ReuterDie Diskussion beschreibt der CDU Vorsitzende Michael Reuter: „Am 10. Mai 1933 wurden auf Geheiß der Nazis auf dem Berliner Bebel-Platz mehr als 20.000 Bücher und Schriften führender deutscher Autoren auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Doch nicht nur in Berlin, sondern auch in Städten wie Bonn, Göttingen, Greifswald, München, Würzburg oder Marburg fanden ähnliche Aktionen statt, mit denen die Nationalsozialisten so denunzierte "undeutsche" und "entartete" Literatur verbrennen ließen. Zuvor waren Listen von Autoren veröffentlicht worden, die aus Bibliotheken verbannt und verbrannt werden sollten. Darunter waren Werke von Heinrich Heine, Sigmund Freud, Thomas Mann, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Karl Marx, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky und Alfred Kerr.