Am "Politischen Frühschoppen" der CDU-Walldorf referierte am vergangenen Sonntag, 22.04.2007, der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Klein zu dem Thema "Kinderbetreuung in Baden-Württemberg".
Gleich zu Beginn seiner Rede konstatierte der Landtagsabgeordnete, dass es primäres Ziel ist, Baden-Württemberg zum Kinderland Nr 1 in Deutschland zu machen. Mit diesem Ziel steht das Land im Wettbewerb mit anderen Bundesländern. Wichtig bei diesem Thema ist, dass alle sozialen Schichten eingebunden werden, zumal gerade das Sozialkapital das gesellschaftliche Plus in Baden-Württemberg ist. Die Voraussetzungen sind gut, so der Abgeordnete, denn Baden-Württemberg ist mittlerweile das einzige Bundesland mit Geburtenüberschuss. Das Bevölkerungswachstum betrug zwischen den Jahren 1991 und 2005 ca. 9%. Kein anderes Bundesland kann derzeit einen solchen Erfolg verzeichnen. Auch die Geburtenquote ist mit 1,3 % höher als in anderen Bundesländern. 16% der Frauen zwischen 35-45 Jahren in Baden-Württemberg haben drei Kinder und mehr. Im Ländervergleich ist auch dies eine gute Quote. Hinzu kommt, dass das Bundesland die höchste Erwerbsquote von Frauen in ganz Deutschland hat. Hierfür ist es jedoch äußerst wichtig, so Klein, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Kinderbetreuung muss weiter ausgebaut werden, da der Bedarf noch lange nicht gedeckt ist. Zurzeit werden Betreuungsstätten hauptsächlich von Tagesmüttern, den Kommunen und Firmen angeboten. Bei der Bereitstellung und Vergabe von Grippenplätzen sollte immer zwischen Städten und dem ländlichen Raum unterschieden werden, so der Landtagsabgeordnete. Außerdem müssten auch Familien unterstützt werden, so der Referent, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Diese sollten gleichgestellt werden mit denjenigen, die ihre Kinder zur Kinderbetreuung geben. Die finanzielle Gleichstellung ist hierbei genauso wichtig wie die berufliche. So hänge die Zufriedenheit der Menschen im Alltag ja nicht nur vom Einkommen ab, sondern auch von der Einbindung in die soziale und kommunale Gemeinschaft. Dies spricht eindeutig dafür, so der Landtagsabgeordnete, dass das Sozialkapital Baden-Württembergs erhalten bleiben muss. Frauen in Baden-Württemberg soll es zukünftig erleichtert werden, sich für Kind und Beruf entscheiden zu können. Allerdings dürfe nicht nur die Zeit der Eltern während der Betreuung ihrer Kinder bis zum 3.Lebensjahr gesichert sein, sondern auch die darüber hinaus, während der Kindergarten- und Schulzeit.
Das Land bietet derzeit schon zahlreiche Rahmenbedingungen für angehende Eltern an. So gibt es beispielsweise Zuschüsse seitens des Landes ab dem dritten Kind. Für junge Frauen, die sich noch im Studium befinden, werden die Studiengebühren erlassen. Auch straffällig gewordene Müttern werden eingebunden, indem der Bezug zu ihren Kleinkindern durch staatliche Hilfsangebote gänzlich aufrechterhalten wird. Dadurch soll die familiäre Bindung des Kindes gestärkt werden, so der Gastredner. Mittlerweile darf die Polizei auch Platzverweise, beispielsweise bei Familienstreitereien, verhängen. Neben einer Schwangerschaftsbetreuung für Mütter wird zudem Hilfe für Kinder angeboten, deren Eltern sich getrennt haben. Zudem gibt es neben der "Elternakademie", einer vom Land eingerichteten Beratungsstelle für Eltern, die bei benötigter Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Selbst Präventivmaßnahmen und Ernährungsberatungsstellen für übergewichtige Kinder werden inzwischen vom Land angeboten.
Es bleibt festzuhalten, dass neben der Chancengleichheit für Mann und Frau und flexibleren Arbeitszeiten für Mütter der weitere Ausbau der Kleinkinderbetreuung voranzutreiben ist. Dieser muss allerdings auch dem notwendigen Bedarf entsprechend erfolgen, so Klein zum Abschluss seines Vortrages. Inzwischen gibt das Land Baden-Württemberg 7 Mio.€ für die Kinderbetreuung aus, für die es derzeit 10.000 Betreuungspersonen gibt. Der Anteil der Tagesbetreuung im Land beträgt aktuell ca. 10%, im Rhein–Neckar-Kreis sind es sogar 15%.